Überschwemmungen, Heuschreckenplage, Coronavirus – immer mehr Menschen in Kenia hungern, Krankheiten wie Malaria breiten sich aus!

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Überschwemmungen, Heuschreckenplage, Coronavirus – immer mehr Menschen in Kenia hungern, Krankheiten wie Malaria breiten sich aus! 

 

Nach Jahren der Trockenheit kamen in 2019 heftige Regenfälle und Überschwemmungen nach Ostafrika. Die Wassermassen haben nicht nur Felder, Ernte, Häuser sowie Strassen zerstört und tausende Menschen in die Flucht getrieben, sie waren auch optimale Brutfelder für Heuschrecken. Anfang Januar 2020 fielen dann die ersten Wüstenheuschrecken über Teile Äthiopiens, Kenias und Somalias her. Für Kenia war es die schlimmste Insektenattacke seit 70 Jahren: Schwärme von bis zu 80 Millionen Heuschrecken pro Quadratkilometer vernichteten an einem Tag die Nahrungsmittel für 35.000 Menschen! 

Mit dem Lärm von Trillerpfeiffen und Kochgeschirr versuchten die verzweifelten Bauern die gefrässigen Insekten von ihren Feldern zu vertreiben – ein hoffnungsloses Unterfangen! 

Lockdown durch Covid19

Mitte März wurde der erste Patient in Kenia positiv auf Covid19 getestet, wenige Tage später hat die Regierung den Lockdown verhängt. Schulen wurden geschlossen, eine Ausgangssperre verhängt, der öffentliche Verkehr kam praktisch zum Erliegen. Insbesondere für die vielen Tagelöhner in Kenia bedeutete dies eine fatale Situation. Sie verloren von einem Tag auf den anderen ihre Einkommensquelle und hatten plötzlich kein Geld mehr, um für sich und ihre Familie Essen zu kaufen. 

 

Die Zahl der Malariatoten steigt

Bis Ende Juni sind nach offiziellen Angaben 150 Menschen in Kenia an Covid19 gestorben. Im Vergleich zu anderen Ländern eine relativ niedrige Zahl. Aufgrund des Lockdowns konnten sich aber andere Krankheiten viel stärker ausbreiten. Durch das Fehlen des öffentlichen Transportes kommen kaum Nahrungsmittel oder Medikamente zu den Menschen aufs Land. Kranke haben auch nicht die Möglichkeit zum Arzt oder ins Krankenhaus zu gelangen. Schon vor Corona starben täglich mehr als 1.200 Menschen an Malaria, viele von ihnen Kinder. Die WHO befürchtet, dass sich diese Zahl in diesem Jahr verdoppeln könnte. 

 

Mittlerweile ist die zweite Generation der Wanderheuschrecken unterwegs. Schon jetzt sind Kenias Lebensmittelreserven um bis zu 40 Prozent reduziert und die Lebensmittelpreise stark angestiegen. Wie so oft trifft dies die Ärmsten am härtesten. Für sie ist nicht Covid19 das grösste Problem – diese Menschen hungern!

 

Hören Sie dazu auch ein interessantes Interview mit dem deutschen Entwicklungshilfeminister Gerd Müller:

 

https://www.br.de/mediathek/podcast/b5-thema-des-tages/interview-der-woche-mit-entwicklungsminister-gerd-mueller/1799749

Juni 2020

 

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Heinrich M. Korte