Kenia schließt die Schulen für das gesamtes Schuljahr 20/21

Im Frühjahr, als sich die Corona-Pandemie in Europa ausbreitete und viele Gesundheitssysteme an ihre Belastungsgrenze brachte, blickten viele Menschen sorgenvoll nach Afrika. Zum Glück haben sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheitet!

Bis Mitte September gab es laut dem Gesundheitsministerium in Kenia 35.460 bestätigte Corona-Infizierte und 607 Todesfälle – bei einer Einwohnerzahl von 52 Millionen eine vergleichsweise moderate Todesrate.

Die Folgen des relativ raschen und drastischen Lockdowns sind für die kenianische Bevölkerung jedoch dramatisch! Viele Menschen stehen nach dem Verlust ihrer Arbeit und bei einem fehlenden Sozialsystem buchstäblich mit leeren Händen da. Sie wissen nicht, wovon sie die Miete und das Essen für sich und ihre Familie bezahlen sollen.
Zudem hat die kenianische Regierung rigoros alle Schulen für das komplette Schuljahr 2020/21 geschlossen! Nur die allerwenigsten Schulen bieten Online-Unterricht an, aber wer hat schon einen PC zuhause? Die meisten Schülerinnen und Schüler können den versäumten Stoff nicht nachholen; Schulabgänger stehen nun ohne Abschluss da. Eltern, die durch die Pandemie arbeitslos wurden, können für ihre Kindern oft kein weiteres Jahr Schulgeld bezahlen.

Aber nicht nur das! Durch die Schliessung der Schulen fallen auch die Schulspeisungen weg. Dies hat zur Folge, dass die Eltern eine zusätzliche Mahlzeit für ihre Kinder finanzieren müssen. Zudem sind die Kinder tagsüber, während die Eltern versuchen Geld zu verdienen, unbeaufsichtigt und damit einer erhöhten Gefahr von sexuellen Übergriffen ausgesetzt!

Sehen Sie dazu auch einen interessanten Beitrag von Weltspiegel unter:

https://www.youtube.com/watch?v=J5JK8jbl8Ec&feature=youtu.be

September 2020

 

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"Den Kindern gehört die Zukunft,
 aber nur wenn wir Ihnen auch
 eine Zukunft schenken!"

Heinrich M. Korte