Scheinbar ausweglos

Scheinbar ausweglos Scheinbar ausweglos Scheinbar ausweglos

(September 2013)

Trotz beachtlicher Wachstumsraten geht auch in Kenia die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Zwar zeigt sich Nairobi als eine international geprägte Hauptstadt, doch leben über 60% der Bevölkerung in den Slums und unterhalb der Armutsgrenze (unter 1 USD pro Tag). Frauen und Kinder sind am stärksten von Armut und Unterernährung betroffen. Die Ursache dafür liegt an der kulturellen Tradition und sozialen Strukturen, die in vielen ärmeren Ländern vorherrschen. Frauen sind meist schlechter ausgebildet und haben deshalb nicht die gleiche Möglichkeit Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.

Wo unsere Mütter und Kinder herkommen

Die meisten der im Projekt betreuten Mütter und Kinder kommen aus den Slums von Nairobi. Dort herrschen unvorstellbare Bedingungen: Zehntausende Menschen leben auf engstem Raum, in notdürftig erbauten Hütten, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser und ohne sanitäre Einrichtungen. Die hygienischen Bedingungen sind prekär, eine medizinische Versorgung praktisch nicht vorhanden, die Kindersterblichkeit entsprechend hoch.
Kaum jemand hat eine feste Anstellung, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Männer verdienen als Tagelöhner kaum genug, dass die Familien überleben können.

Leider sind die Slums Nairobi in den letzten Jahren extrem gewachsen. Ein Grund dafür ist die anhaltende Dürre. Dadurch können die Menschen auf dem Land ihre Äcker nicht mehr ausreichend bestellen. Armut und Hunger treibt sie in die Städte.

Warum werden die Mütter verhaftet?

Verkauf von Früchten am Strassenrand ohne Lizenz, kleinere Diebstähle, Obdachlosigkeit, Kindesvernachlässigung und Prostitution sind die Hauptgründe weshalb unsere Frauen ins Gefängnis kommen.
Doch wenn man die Hintergründe kennt wird schnell klar, dass hier Armut und Hoffnungslosigkeit die Frauen in eine ausweglose Situation gebracht haben.
Denn wenn das Einkommen der Männer wegbricht, haben sie kaum eine Möglichkeit auf ehrlichem Wege genug für den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, ein Sozialsystem existiert nicht, die Verwandten und Nachbarn haben selbst kaum genug um zu überleben. Die hungernden Kinder treiben sie zu kleineren Gesetztesüberschreitungen. Werden sie von der Polizei erwischt, müssten sie eigentlich eine Geldstrafe bezahlen. Da sie das nicht können, werden sie umgehend verhaftet. Sie bekommen nicht einmal die Möglichkeit ihre Verwandten oder Kinder zu verständigen!

Das Projekt "The Nest" -
die einzige Organisation in Kenia, die sich um Mütter im Gefängnis kümmert

Das Projekt "The Nest" ist landesweit die einzige Organisation, die sich um inhafierte Mütter und deren Kinder kümmert. Wöchentlich besucht unsere Sozialarbeiterin die Frauen im Gefängnis. Sie ist meist die Erste, der die Frauen über ihre zurückgelassenen Kinder berichten können.

Sind die Kinder gefunden, leben sie bis zur Entlassung ihrer Mutter im Nest-Kinderheim. Während dieser Zeit versuchen wir einen möglichst engen Kontakt zwischen Mütter und Kindern aufrecht zu halten. So sind z.B. die
vier Besuchstage pro Jahr auf eine Initative des Projektes "The Nest" eingeführt worden.

 

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"Den Kindern gehört die Zukunft,
 aber nur wenn wir Ihnen auch
 eine Zukunft schenken!"

Heinrich M. Korte