Jahresrückblick 2014

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Januar 2015

Nancy und ihre vier Geschwister kamen Anfang des Jahres ins Nest Kinderheim. Ihre Mutter war wegen Kindsvernachlässigung verhaftet worden, die Geschwister plötzlich völlig auf sich allein gestellt. Erst Wochen später erfuhren wir von dem Fall. Als wir die Kinder fanden, waren sie in einem besorgniserregenden Zustand – unterernährt, hustend und hautkrank. Schlimmer noch: ihre Hände und Füße waren so stark von Sandflöhen befallen, dass sie vor Schmerzen nicht mehr laufen konnten.
Vor wenigen Wochen kam ihre Mutter zu uns ins Halfway Haus, wo sie beraten wurde und einen Kleinkredit zum Aufbau eines Gemüsestandes bekam. Derzeit ist sie im Eingliederungsprozess zu Hause in ihrem Dorf. Kurz vor Weihnachten sind ihr die Kinder gefolgt und konnten so im Kreise der Familie feiern.

Was ist sonst noch passiert? 

-   Die neue Säuglingsstation ist eröffnet! Nachdem sich die Bauzeit aufgrund des hohen Grundwasserspiegels in die Länge gezogen hatte, wurde sie im März eingeweiht – drei Jahre nach dem ersten Spatenstich. In sechs hellen Zimmern können nun rund 25 Babys altersgerecht untergebracht werden; kranke Kinder werden in einem getrennten Zimmer isoliert. Bereits jetzt konnten Arztbesuche und -kosten deutlich gesenkt werden.

-   Im Halfway Haus wurde – Dank großzügiger Sachspenden – eine Nähschule und eine einfache Frisörstube eingerichtet. Mütter, die nach ihrer Haftstrafe ins Projekt kommen, können jetzt zwei verschiedene Handwerke erlernen – eine gute Grundlage für einen Start in die Selbstständigkeit. Nachmittags werden sie weiterhin in Fächern wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Umgang mit Behörden, Verhütung, Kinderpflege oder einfacher Nahrungsmittelkunde unterrichtet. 

-   Insgesamt konnten wir in diesem Jahr 93 Frauen und ihren Kindern dazu verhelfen, ihr Leben wieder selbst in den Griff zu bekommen. 13 babys wurden an ihre Adoptiveltern übergeben, 12 davon an kenianische. Eine Studie im letzten Jahr hat ergeben, das 95% der Familien, die ins HALFWAY HAUS kamen, erfolgreich wiedereingegliedert wurden - das macht Hoffnung!

Täglich kämpfen unsere Mitarbeiter im NEST und im Halfway Haus für Mütter und deren Kinder, gegen Armut, Willkür und Ungerechtigkeit. Nicht selten ist es auch für sie eine schwere psychische Herausforderung. Doch das erste Lachen der Kinder, die häufig völlig verschüchtert und todkrank zu ihnen kamen, entschädigt sie für viele Mühen und Sorgen. So fand etwa unsere Sozialarbeiterin Lucy vor kurzem in ihrer Jackentasche den nebenstehenden Brief.

All das ist nur Dank Eurer Spenden möglich. Damit können wir die Not der Frauen und Kinder lindern und neue Perspektiven eröffnen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei Euch bedanken.

Wir wünschen Euch alles Gute, Freude und Frieden im Neuen Jahr.

Eure
Dr. Bettina Eschler und Amanda Chominsky

 

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"Den Kindern gehört die Zukunft,
 aber nur wenn wir Ihnen auch
 eine Zukunft schenken!"

Heinrich M. Korte