Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2017 Jahresrückblick 2017 Jahresrückblick 2017

2017 war in Kenia ein Wahljahr mit politischem Stillstand und den entsprechenden ungünstigen Auswirkungen. Schon im Frühjahr spürten vor allem die Firmen und Touristikunternehmen einen starken Rückgang der Geschäfte. Zugleich arbeiteten die meisten Behörden nur zaghaft bis gar nicht mehr, alles konzentrierte sich auf die Präsidentschaftswahl und die zu erwartenden Unruhen. Die Folgen der Ereignisse dieses Wahljahres werden wohl noch weit bis ins Jahr 2018 hinein zu spüren sein. 2016 verzeichnete Kenia ein Wirtschaftswachstum von 6%, jetzt im Oktober war die Rede von 4%. Traurigerweise leben noch immer die Hälfte der Kenianer unterhalb der Armutsgrenze. Viele – zum Teil gut qualifizierte junge Kenianer - finden keine Arbeit, an ihnen ging das Wirtschaftswachstum bisher vorbei. Die fehlenden Investitionen und das Ausbleiben der Touristen in 2017 hat vor allem der ärmsten Teil der Bevölkerung zu spüren bekommen. Diejenigen, die bisher schon ums tägliche Überleben kämpfen mussten, sind nun noch weiter in die Armut abgerutscht.
 

Was hat sich in 2017 im NEST getan?

Die politischen Ereignisse im Kenia haben das NEST in 2017 vor zusätzliche, große Herausforderungen gestellt. Viele Anträge und Adoptionen wurde verzögert oder gar nicht bearbeitet, oft kamen unsere Sozialarbeiter ohne die notwendigen Papiere oder Entscheidungen von den Ämtern zurück.

Trotzdem konnte das NEST in diesem Jahr 224 Müttern und ihren Kindern bei ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft beistehen. 94 Frauen und Mädchen wohnten vorher im Halfway House. Diese Mütter durchliefen eine Grundausbildung in der Schneiderei oder der kleinen Friseurschule. Sie lernten Lesen und Schreiben, erhielten Unterricht in Sozialkunde, Kinderbetreuung, einfacher Buchführung und vielem mehr. Sie konnten Einzel- und Gruppentherapie in Anspruch nehmen, bastelten, tanzten und sangen, beteten und feierten gemeinsam.  Das Wichtigste aber ist, dass sie oft zum ersten Mal in ihrem Leben eine Stimme hatten, dass sie gehört und angehört wurden, dass sie ohne Sorge und satt abends einschlafen konnten und am Tag Zeit hatten um zu lernen, Pläne zu schmieden und sich auf ihr neues Leben vorzubereiten!

Besonders traurig ist, daß in diesem Jahr die Zahl der jungen Mütter - manche noch Kinder - die das Trauma Gewalt und Geburt durchleben mussten, stark zugenommen hat. Die Jüngste war erst 12 Jahre alt, der Erzeuger des Kindes ihr eigener Vater. Er steht nun vor Gericht. Die Sozialarbeiterinnen stellt diese Situation immer vor eine besondere Herausforderung:  Schwierige Familiensituation, Gerichtsverhandlung, Rückführung in die Schule, wohin mit dem Baby? Da ist es oft schwierig und aufwendig eine gute Lösung für die Mädchen und ihre Babys zu finden.

Eine ganz besondere Freunde in diesem Jahr war, daß alle fünf Kinder, die die Abschlussprüfungen der Grundschule (8. Klasse) geschrieben haben,  diese auch bestanden haben! Zwei Mädchen schafften sogar so gute Noten, dass sie jetzt in einer der begehrten Sekundarschulen angenommen werden können. Herzliche Gratulation an Ruth und Miriam!
 

Was ist für 2018 geplant?
Wir freuen uns auf die Projektreise im März 2018. Am 07.07.2018 um 19.30 Uhr findet unser diesjähriges Benefizkonzert in der Citykirche in Reutlingen statt. Musikalisch umrahmt werden wir an diesem Abend mit Bildern vom Projekt und der aktuellen Situation vor Ort berichten.
 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitarbeitern des NEST für ihre hervorragende Arbeit, die sie oft unter schwierigen Umständen leisten müssen!

Ein besonderer Dank gilt unseren Spendern, ohne die die Arbeit in Kenia nicht möglich wäre! Nur durch Ihre Unterstützung es ist möglich den Frauen und ihren Kindern neue und hoffnungsvolle Perspektiven zu eröffnen!

Wir wünschen allen viel Freude, Zuversicht, Gesundheit und Frieden im Neuen Jahr.
Eure
Dr. Bettina Eschler

 

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"Den Kindern gehört die Zukunft,
 aber nur wenn wir Ihnen auch
 eine Zukunft schenken!"

Heinrich M. Korte